"Viva Musica"

Taunus-Zeitung: Ein Ritt durch die Welt von Oper und Operette

Was das aus Kulturforum, Musiktheater und Opernwerkstatt zusammen agierende Trio am Muttertag auf die Beine stellte, kam beim Publikum bestens an. Und das, obwohl die Idee erst kurze Zeit davor geboren worden war.

Von Dorit Lohmann

Hasselbach. Muttertag – und die Sitzreihen im Kulturforum des Männergesangvereins (MGV) Liederkranz waren voll belegt. Nicht nur mit Müttern allerdings, da hatte sich zudem so mancher Vater unters Publikum gemischt.

Klar, Oper und Operette sprechen nicht nur Frauen an. Aber der Grund, warum der MGV so einen Treffer landete, lag wohl eher an den Mitwirkenden auf der Bühne, die bei manchen sicherlich Erinnerungen an den vergangenen November wachriefen, an die Premiere von „die Fledermaus“, die der Verein „Musiktheater Taunus“ auf die Bühne gebracht hatte.

Wichtigste musikalische Beiräte des vor einem Jahr neu gegründeten Vereins, der sich die Förderung von Kunst und Kultur in der Taunus-Region auf die Fahnen geschrieben hat, sind Lucy Schneider und Claudia Appiani, Leiterinnen der „Opernwerkstatt Frankfurt“.

Soli und Duette

Die beiden professionellen Sopranistinnen bestritten nun am Sonntag das beschwingte Muttertagsprogramm, ergänzt von Auftritten ihres Kollegen Christoph Dora sowie Einlagen des Amateur-Sängers Jan Schümmer aus Neu-Anspach. In Soli oder Duetten bildeten die Sangeskünstler einen Reigen aus mannigfaltigen Bühnenwerken namhafter Komponisten.

In einigen Szenen bildete das Vokalensemble der Opernwerkstatt einen zusätzlichen akustischen Hintergrund neben der instrumentalen Begleitung von Anna Tyshayeva. Wer allerdings die deutsch-ukrainische Pianistin als „Nebensache“ betrachtete, wurde schon wenig später eines Besseren belehrt. Denn kaum hatten die vier führenden Darsteller Schneider, Appiani, Dora und Schümmer ihre unterhaltsamen Duette und kurzweiligen Soli aus Mozarts Don Giovanni oder der Zauberflöte beendet und die Bühne verlassen, kündigte sich Tyshayeva höchstpersönlich an.

 

„Keine Sorge, ich werde nicht singen“, versprach sie spitzbübisch, um stattdessen in die Tasten zu greifen und zwei Stücke ohne gesangliche Begleitung zu spielen – mit unvergleichlicher Virtuosität, mit Temperament und spürbarer Versunkenheit in die Musik.

Es sei eine kurzfristige Entscheidung gewesen, sagte Clemens Gattinger in der Konzertpause. Was der Vorsitzende des Männergesangvereins (MGV) Liederkranz damit meinte? „Vielleicht sechs Wochen“, schätzte er den Vorlauf. „Wir wollten zum Muttertag etwas Buntes bieten, bei dem für jeden etwas dabei ist.“

Nur sechs Wochen hatten also diejenigen Zeit zum Proben und zum Arrangieren, die am Sonntag auf der Bühne standen, um das Muttertagskonzert zu bestreiten. Immerhin hatte der Hasselbacher MGV in seinen heiligen Hallen 130 Plätze bereitgestellt. Und immerhin unterhält der Verein beste Beziehungen zum erst vor einem Jahr gegründeten Musiktheater Taunus unter Weilroder Führung der Vorsitzenden Diana Schöneich.

Grund zur Vorfreude auf den nächsten Auftritt der Musiktheater-Mitwirkenden gibt es auch schon, denn der Verein hat sich „Die Zauberflöte“ auf die Agenda geschrieben. Auszüge waren bereits am Sonntag zu hören.

Quelle: Taunus-Zeitung

 


 

Opernpüppchen mit dem Schlüssel aufgezogen

HASSELBACH - (bt). Wenn sich Männerherzen entfachen und Don Giovanni den feurigen Leoporello beruhigen muss, dann ist das bester Stoff für ein Muttertagskonzert. Mit „Viva Musica – Die schönsten Melodien aus Oper und Operette“ durften sich im Kulturforum Hochtaunus nicht nur Mütter über ein besonderes Geschenk freuen.

„Da ist für jeden etwas dabei“, versprach Clemens Gattinger, erster Vorsitzender des Männergesangvereins (MGV) Hasselbach, im Vorfeld den nicht nur weiblichen Gästen. Er sollte recht behalten. Mit der Opernwerkstatt Frankfurt am Main und dem Musiktheater Taunus hatte der MGV ein abwechslungsreiches Programm – mit echten Leckerbissen aus bekannten Stücken – ins Kulturforum Hochtaunus geholt.

Von „Don Giovanni“ zur „Hochzeit des Figaro“, mit einem Zwischenhalt bei der „Zauberflöte“: Die Leiterinnen der Opernwerkstatt, Claudia Appiani und Lucie Schneider, schlüpften als Sopran und Koloratursopran in die verschiedensten Rollen und Stücke.

Zerlina im weißen Kleid und mit Weidenkörbchen – von Claudia Appiani gespielt – versuchte, dem leidenschaftlichen Werben Don Giovannis (Christoph Dora) zu widerstehen. Doch die Überzeugungskraft des Bassbaritons, den beim Ausdruck heftigster Emotionen die Perücke verrutschte, obsiegte.

Weniger dramatisch ging es beim „Vogelfänger“ zu: Jan Schümmer (Bariton) spielte den Papageno (Die Zauberflöte), nicht ohne auf die obligatorische Panflöte zu verzichten.

Unterstützt wurden die Opernsängerinnen und -sänger vom Vokalensemble der Opernwerkstatt: Deanna Nelson-Fendo, Anja Förster, Ulrike Hill, Birgit Klausel und Reiner Ramert durften dabei nicht nur im Chor brillieren, sondern auch echte Bühnenperformance zeigen. Als etwa die mechanischen Puppe aus Hoffmanns Erzählungen – gespielt von Lucie Schneider – alle Glieder hängen ließ, reichte ein beherzter Griff zu einem übergroßen Schlüssel, um sie wieder in Gang zu setzen.

Hingebungsvoll begleitete Anna Tyshayeva das Schauspiel am Flügel. Dass auch ein Klaviersolo einen langen Applaus wert ist, stellte sie mit einer Improvisation von „My Way“ (Frank Sinatra) unter Beweis.

Ob als lebensfrohes Duett beim „Pa-Pa-Pa-Pageno“ oder als Bekenntnis „In diesen heil’gen Hallen“, dass die Liebe jede Plage versüßt: Den Zuschauern gefiel der Mix aus leichten und tragenden Oper- und Operettenausszügen. Mit „Brüderlein und Schwesterlein“ (Die Fledermaus), Habanera (Carmen) oder „Je veux vivre“ (Romeo und Juliette) hatte die Opernwerkstatt weitere Klassiker passend zum Muttertag ausgewählt.

Leidenschaft, Liebe, Spannung: Ein breiter Themenkomplex wurde am Sonntababend abgedeckt und manche Vorschau auf die im November geplante Inszenierung von Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ gewährt.

Quelle: Usinger Anzeiger

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